Interview mit Uwe Claassen, Marketingleiter des FVLB
Nach einer etwas längeren Pause setzen wir jetzt unsere Interviewserie auf der FVLB-Website fort. Mit Uwe Claassen, dem neuen Marketingleiter des FVLB, haben wir hierzu aus aktuellem Anlass auch einen interessanten Gesprächspartner gefunden.
Herr Uwe Claassen: Am Freitag, den 27.01.2012 wurde der Zusammenschluss des FV Lörrach mit dem FV Brombach zum FVLB besiegelt. Sie wurden vom neuen Präsidium als Marketingleiter vorgestellt. Wie kamen Sie zu diesem Posten?
Bereits 1965 habe ich das Fußballspielen beim FV Brombach begonnen und bin dann ab der C-Jugend zum FV Lörrach gewechselt. Horst Schikner, mein damaliger Trainer, hat mich geformt und bis zur A-Jugend begleitet. Danach war ich noch zwei Jahre beim SC Gundelfingen. Seit dem, und das sind jetzt 30 Jahre her, war für mich Fußball nicht mehr präsent. Die frühen Jahre haben mich geprägt, ich habe viel gelernt. Nicht nur auf sich zu schauen, sondern für das Team da zu sein, waren das oberste Gebot. Aber auch Durchsetzungsvermögen habe ich dort gelernt. In meinem jetzigen Beruf als Messechef der Regio-Messe brauche ich obige Tugenden. Mein Vater ist Ehrenmitglied, so wurde ich hin und wieder über den Brombacher Fußball informiert. Damalige Weggefährten, wie Thomas Groß und Ralf Straub übernehmen Verantwortung. Karl-Frieder Sütterlin an der Spitze und ein hochmotiviertes Team, stimmen mit meinen Visionen und Zielen überein. Ich möchte nun dem Verein etwas zurückgeben und hoffe, dass ich als erster Marketingleiter des FVLB mit meinen Ideen und Kontakten dem neuen Verein helfen kann.
Herr Claassen: Sie sind Geschäftsführer der Messe Lörrach GmbH, sitzen im Gemeinderat der Stadt Lörrach und Mitte März sind Sie Nachrücker im Kreistag und haben zeitaufwendige Hobbies wie Golfen, Angeln und Jagen. Eine Familie haben Sie auch. Haben Sie da noch Zeit für den wichtigen Posten des Marketingleiters?
Das ist eine sehr gute Frage, die ich mir in den letzten Monaten oft gestellt habe. Schlussendlich ist es jedoch immer eine Frage der Priorität. Die Ausrede: Ich habe keine Zeit ist in der Regel eine recht einfache Antwort und diese Karte hätte ich ziehen können. Ich habe das Glück, in meiner Firma ein hervorragendes Team zu haben, das in den letzten Jahren sehr gut eingespielt ist. Da weiß jeder was zur rechten Zeit zu tun ist. Zusätzlich sind wir EDV-mäßig auf Top-Niveau, so dass die Aufgabenverwaltung zügig erledigt werden kann, egal wo ich mich gerade befinde. Das Internet ist ein Glücksfall für unsere Arbeitsorganisation. So gibt es kein Informationsstau. Aber auch die starke Kompetenz vieler ehrenamtlicher Mitglieder des FVLB geben mir ein sicheres Gefühl, die gesetzten Ziele in den nächsten Jahren zu erreichen.
Wie beurteilen Sie die neue Infrastruktur mit Naturrasenplätzen und einem neuen Vereinsheim? Frau OB Heute-Bluhm hat angedeutet, dass zur nächsten Saison 2012/2013 bereits zwei Kunstrasenplätze fertig gestellt sein sollen.
Der absehbare Gemeinderatsbeschluss bezüglich neuer Infrastruktur im Grütt war für mich gleichbedeutend wie der Zusammenschluss zu einem Fußballverein FVLB. Als Gemeinderat war ich in den Diskussionsprozess eingebunden. Die neue Infrastruktur wird in der Region am Hochrhein eine Art „Alleinstellungsmerkmal“ sein. Unsere Fußballspieler können dann nahezu ganzjährlich trainieren. Das wird zu hoher Motivation bei den Spielern und Mitgliedern führen. Ein neues Vereinsheim wird helfen, die Mitglieder beider Vereine zusammenzuführen.
Welche Ziele und Visionen haben Sie für den FVLB?
Ich habe das so definiert: Der neue FVLB soll eine Führungsfunktion am Hochrhein übernehmen, ohne die umliegenden Vereine zu erdrücken. Im Gegenteil: Die umliegenden Vereine sollen von einem starken Fußballverein profitieren. Der Führungsmannschaft ist bewusst, dass die 1. Mannschaft das Aushängeschild des Vereins ist und das eine qualitativ hochwertige Jugendarbeit der Garant für zukünftigen Erfolg ist. Ich würde mich freuen, wenn wir in die Bereiche Infrastruktur, professionelles Management, Ausbildung der Jugendbereiche, qualifizierte Trainer, medizinische Betreuung, aktive Kommunikationspolitik, Integration der Mitglieder beider Vereine investieren könnten.
Welche Projekte werden in naher Zukunft realisiert werden?
Die Zusammenführung zweier Traditionsvereine ist ein historisches Ereignis. Aus diesem Grund war es zwingend, über ein sog. Fusions-Magazin nachzudenken. Aus den ersten Gedanken heraus, wurde nun ein Konzept für ein FVLB-Magazin entwickelt, das nun zweimal pro Jahr erscheinen soll. Das Motto lautet: „Das Fußballmagazin für Lörrach und die Region“. Eine weitere Besonderheit: Das Fußball-Magazin soll auch die anderen Lörracher Fußball-Vereine zu Wort kommen lassen, sofern sie dies wollen. Das Konzept basiert nicht auf dem Faktor Spende oder Goodwill, sondern soll interessierte Inserenten zu einer hohen Aufmerksamkeit führen. Deshalb wurde die Auflage auf 10.000 Stck definiert und in einem Umkreis von mindestens 10km verteilt. Im März wird der FVLB sich an der Regio-Messe bzw. bei den neuen Fachmessen B2B (als Partner der Wirtschaft) und bei der Innovativa-Bildungsmesse (als Ausbildungsbetrieb) präsentieren. Der Sponsorenlauf im Herbst soll noch attraktiver unter Einbezug der regionalen Wirtschaft organisiert werden. Es werden bestehende Projekte beibehalten und möglichst ausgebaut. Wir müssen aber auch daran denken, dass die Zusammenführung und die baulichen Veränderungen noch viel Kraft kosten werden.
Herrr Claassen, wir danken Ihnen für das Gespräch
